Tarifa

Tarifa

Nach dem nördlichsten Punkt der iberischen Halbinsel bin ich nun am südlichsten angekommen. Tarifa. Und das schon seit zwei Monaten. Ist lange her, dass ich hier war. Es ist aber nach wie vor ein sehr bezauberndes Städtchen, mit viel Sonne, Strand und Wind.

Der Plan war, hier endlich mal vernünftig Kiten zu lernen. So wie der da oben auf dem Bild rechts. Also fast. Erstmal wieder da ankommen wo man losfährt. Und das klappt schon ganz gut, dank Franky und seinem Team vom KBC Tarifa.

Bisher stand ich meistens auf Campingplätzen, erst dem Torre de le Peña, jetzt auf Río Jara. Der erstere ist auf jeden Fall der schönere Platz, aber man kommt ohne Auto nicht zum Strand. Aber mit dem E-Roller. Was aber leider gar nicht erlaubt ist auf Spaniens Landstraßen. Das haben mir zwei Guardia Civil Polizisten auf ihren Motorrädern versucht zu erklären, als ich ohne Helm und mit Surfbrett auf dem Weg zum Strand war. Keine gute Idee. Das sollte dann auch 100 EUR kosten, aber so richtig hatten die dann doch keine Lust mich zurück zum Campingplatz zu eskortieren, und sind dann wieder gefahren. Auch gut. Aber diese Landstraße ist schon ein wenig der Highway to Hell. Fahrrad darf man da fahren, aber man sollte wirklich Helm und Vorsicht mitnehmen. Der Wind kann einen zudem teilweise fast vom Roller schmeißen. Einmal musste ich eine erfolglose Reanimation miterleben, da jemand betrunken mit dem Auto in den Gegenverkehr geraten ist. Ein anderes Mal war ich auf dem Rückweg von Malaga, es war dunkel, und auf einmal stand da ein Mädchen mitten auf der Straße. Ich konnte ausweichen, aber das war knapp. Sieht auf der Dashcam gar nicht so dramatisch aus, war aber krass. Eine Dashcam ist auf so einem Trip auf jeden Fall zu empfehlen, gerade wenn man alleine unterwegs ist.

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Zwischendurch war der Andree hier, sehr erfreulich! Da stand dann mal Airbnb und ein ausführlicher Test der Gastronomie Tarifas in all ihren Facetten auf dem Programm.

Herr B und das Meer

Der Campingplatz Rio Jara hat den Vorteil (fast) direkt am Strand zu sein. Aber da ist nunmal erstmal der Fluss Rio de la Jara dazwischen. Und die Brücke darüber ist halt eingestürzt. Schade. Aber es gibt Schleichwege neben der Straße mit denen man doch recht schnell bei der für mich wichtigsten Institution Tarifas ankommt, der Strandbar Chiringuito Agua. Hier ist auch meistens der Treffpunkt mit dem KBC, wenn man nicht direkt in Tarifa kitet, was im Winter geht, oder nach Valdevaqueros fährt.

Playa de Los Lances

Wenn man nicht kiten kann, kann man ja noch Onewheel fahren. Das macht in Tarifa schon Spaß, da die Stadt recht hügelig und verwinkelt ist.

Tarifa Floating

Es hat mich dann doch einmal richtig schön hingepackt. Auf Asphalt zu fliegen ist halt doch was anderes als ins Wasser. Kitelandboarding sollte ich erstmal hinten anstellen. Ich war dann erstmal 3-4 Wochen körperlich etwas ausgeknocked. Aber für sowas hat man ja einen Playstation-Koffer dabei. Under the Waves passte irgendwie thematisch, sehr zu empfehlen. Forgive Me Father ist ein durchgeknaller Knaller, und zum Runterkommen empfiehlt sich Cats and the other Lives.

Apropos Katzen, hier kam immer mal wieder eine Wildkatze vorbei und meinte ich müsste sie füttern. Ich find' Katzenfutter ja wirklich nicht ansprechend, vor allem Nassfutter. Das Wort alleine macht Unbehagen. Aber es gibt hier im Shop nur Nassfutter, und die Katze (nennen wir sie Strayer) war recht konsequent im Vorbeikommen. Also hab' ich sie irgendwann gefüttert. Und jetzt wohnt sie hier meistens in der Nähe, vor allem unter meinem Auto.

Strayer

Und morgens kann ich drauf zählen, dass der Tag mit NASSFUTTER beginnt.

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Ich weiß auch nicht wo das hinführen soll, irgendwann bin ich ja wieder weg. Vielleicht hat sich Strayer ja bis dahin etwas Winterspeck angefressen. Habe auch gerade gelesen, dass man streunende Katzen nicht füttern soll. Weil es dem Tier danach ja wieder schlecht geht. Eine nicht ganz überzeugende Argumentation. Strayer sieht auch äußerst gesund aus (mittlerweile). Ich muss wohl mal hier einen Tierarzt fragen die Tage. Auf Campingplätzen trifft man ja meistens Hunde. Hund und Fahrrad, das ist das traditionelle Camperbesteck wie es scheint. Hab' ich beides nicht. Es wird Zeit für E-Roller und Katzen. Das ist die Zukunft.

Apropos Winter, der hat hier auch ein ganz wenig Einzug gehalten, also für spanische Verhältnisse. Es regnet schon ab und zu mal, aber bisher gab es noch keinen Bedarf für die Heizung. Wenn die Sonne scheint ist es hier nach wie vor sommerlich, und dabei angenehm wenig voll.

Drohne bin ich bisher kaum geflogen, aber es gibt schon was. Da muss aber noch mehr, ein Video mach ich später draus.

Zwischendurch war ich ein paar mal in Malaga, auch weil da ein deutsches Konsulat ist. Man muss ja gerade in Deutschland noch so ziemlich alles offizielle offline erledigen. Aber immerhin geht sowas in einem Konsulat. Berufskonsul ist auch ein Beruf den ich mir vorstellen könnte. Ansonsten hat mich Malaga auf den ersten Blick nicht so umgehauen. Granada ist dagegen wirklich schön. Ich sage bewusst nicht nice. Alle über 30, bitte hört auf nice zu sagen.

Manchmal trifft man Leute mit dem gleichen Wagen. Die sind von dem Hymer Ausbau auch nicht begeistert. Ich werde nach dem Jahr mal ein zusammenfassendes Video zu dem Wagen machen.

Hymer vs. Hymer

Mitte November geht es so zehn Tage nach Barcelona, da findet ein Arhatic Yoga Retreat statt. So sehe ich auch nochmal die Stadt. Den Rest des Jahres verbringe ich wohl wieder in Tarifa, und Mitte Januar geht es nochmal einen Monat nach Fuerteventura. Und dann geht es zurück nach Deutschland, das Jahr ist rum. So schnell geht das. Aber es sieht ganz danach aus, als ob es ein längeres Van-Revival geben wird, Ende 2024. Ohne Hymer, aber mit Mercedes. In besser, größer, und mit brilliantem Sound. Aber das ist noch geheim. Hier erstmal brillianter Sound meiner Kollegin Pooja B.

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